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Pionier

Resopal – Pionier der Oberfläche

 

Das Kunstwort  RESOPAL, gebildet aus dem für Harz stehenden lateinischen Wort  Resina und  Opal, um die anfangs nur glänzende Oberfläche zu beschreiben, wurde vor mehr als 80 Jahren als Warenzeichen eingetragen. Im Jahre 1930, am 19. Dezember, wurde das RESOPAL®-Patent angemeldet und am 6. Juni 1935 rückwirkend erteilt.


RESOPAL® ist Kult, die Marke, das Original!


Der Name verbindet sich mit Nierentisch, Blumenhocker, Küche. Meist in pastelligen Bonbonfarben oder klein gemustert, modern im Sinne der 50er Jahre, Deutschlands Wirtschaftswunderzeit.
Doch RESOPAL® ist heute nicht mehr nur Oberfläche, sondern das Material zur Gestaltung von Wohlfühlräumen der Zukunft!

Die RESOPAL® -Kulturgeschichte

Die Geschichte von Resopal ist ein Modell der Industriegeschichte. Die Anfänge des Unternehmens gehen zurück auf die Herstellung von Randprodukten der klassischen Textilindustrie. Mit dem Aufkommen neuer Industriezweige bieten sich neue Einsatzbereiche. Die Fertigung von Isolierstoffen für die aufstrebende Elektroindustrie lässt das Unternehmen gleichzeitig mit Kunstharzen experimentieren, mit deren Erforschung es zum Pionier der Kunststofftechnologie avanciert. Die großindustrielle Fertigung von technischen Schichtstoffen für die Elektroindustrie führt zur Erfindung dekorativer Schichtstoffe für die Möbelindustrie, auf die sich das Unternehmen schließlich spezialisiert und die es mit dem gleichen Pioniergeist bis heute vorantreibt.

 

Am 16. November 1867 gründet August Hermann Römmler in Spremberg in der Niederlausitz ein Unternehmen zur Aufbereitung von Abfällen aus der Tuch- und Hutfabrikation. Die Herstellung von Baumwollflocks als Füllstoff für die Schallplattenproduktion bringt Römmler schon früh mit Kunststoffen in Berührung. Bis 1905 entwickelt Hermann Römmler junior unter Verwendung solcher Kunststoffe die Fabrikation von elektrotechnischem Isoliermaterial zur Serienreife. Die elektrotechnische Abteilung verselbständigt sich und steigt zur führenden Spezialfabrik für hochwertiges Isoliermaterial auf. Mit der Entwicklung des Druck-Hitze- Verfahrens für härtbare Kunststoffe wird Römmler neben der Bakelite-Gesellschaft alsbald zum Pionier der Kunststofftechnologie.


1917 wird das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft mit Verwaltungssitz in Berlin umgewandelt. Von 1919 an wird das im Labor entdeckte Phenol-Formaldehyd-Kondensationsverfahren für die Herstellung von Kunstharzen, Formteilen und Isolierplatten im großindustriellen Maßstab eingesetzt.
In den zwanziger Jahren entwickelt die Römmler AG Pressstoffe auf der Grundlage von Formaldehydharzen und sichert sich mit Patenten langfristig eine führende Position auf dem Gebiet der Aminoplaste.


1929 beteiligt sich die BBC am Unternehmen und erwirbt 1930 die Majorität, bevor sie es 1938 ganz übernimmt.


1930 meldet Römmler das RESOPAL®-Patent an und fertigt die ersten dekorativen Platten. Die Bordküche eines Zeppelins wird in rotem RESOPAL® ausgeführt. 1945 werden die Werksanlagen, in denen zuletzt 2500 Mitarbeiter beschäftigt waren, von der sowjetischen Besatzungsmacht vollständig demontiert.


1946 nimmt das Unternehmen als Abteilung Isolierstoffe der BBC in der alten Zuckerfabrik auf dem heutigen Betriebsgelände in Groß- Umstadt die Produktion wieder auf. Mit der modernen Einbauküche und dem Nierentisch der 50er Jahre gelingt Resopal der unmittelbare Wiederaufstieg.


1971 wird der Produktname, der inzwischen einen Bekanntheitsgrad von 85 Prozent erreicht hat, auch zum Firmennamen.


1973 beginnt Resopal die großindustrielle Produktion von Postforming-Arbeitsplatten und wird der führende Küchenarbeitsplattenhersteller in Deutschland.


1987 übernimmt die schweizerische Forbo AG die Mehrheit an der BBC-Tochter. In der Folge wird die Bausparte ausgebaut. Die über lange Jahre entwickelte RESOPLAN®-Fassadenplatte wird zu einer weiteren Säule des Unternehmens.


1998 geht die Resopal GmbH in den Besitz des weltweit operierenden amerikanischen Laminatherstellers Wilsonart International über, die Teil des ITW-Konzerns (Illinois Tool Works Inc.) ist. Wilsonart International beschäftigt mehr als 4000 Mitarbeiter in Fertigungsstätten, Vertriebsgesellschaften und Service-Zentren weltweit.